{"id":550,"date":"2025-03-27T21:48:09","date_gmt":"2025-03-27T20:48:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mikeramsauer.com\/blog\/?page_id=550"},"modified":"2025-03-27T23:22:34","modified_gmt":"2025-03-27T22:22:34","slug":"good-to-know","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.mikeramsauer.com\/blog\/?page_id=550","title":{"rendered":"Good to know"},"content":{"rendered":"\n<p>Hier werden allgemeine Informationen und Begriffserkl\u00e4rungen angef\u00fchrt. Viele dieser Punkte finden sich immer wieder auch in den Beschreibungen zu den einzelnen Routen. Was genau gemeint ist kann hier gegebenenfalls nachgeschlagen werden, um Missverst\u00e4ndnisse zu vermeiden. Die dazugeh\u00f6rigen Quellenangaben sollen darauf hinweisen, worauf sich diese Angaben st\u00fctzen und woher die Informationen kommen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Franz\u00f6sische Standpl\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.mikeramsauer.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/02_IMG_20241019_130154-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-413\" srcset=\"https:\/\/www.mikeramsauer.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/02_IMG_20241019_130154-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.mikeramsauer.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/02_IMG_20241019_130154-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.mikeramsauer.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/02_IMG_20241019_130154-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.mikeramsauer.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/02_IMG_20241019_130154-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.mikeramsauer.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/02_IMG_20241019_130154-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/www.mikeramsauer.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/02_IMG_20241019_130154-2048x2048.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Besonderheit der so genannten &#8222;Franz\u00f6sischen Standpl\u00e4tze&#8220; ist die, dass keine Seilschlaufen oder Bandschlingen verwendet werden m\u00fcssen, um eine Redundanz zwischen den Bohrhaken beim Abseilen herzustellen. Das bedeutet auch, dass sich weniger Plastik in den W\u00e4nden befindet und auch im Sinne der Nachhaltigkeit Gutes getan wird. Da an beiden Fixpunkten Ringe sind und keine Karabiner, erfolgt die Abnutzung des Materials auf gleichm\u00e4\u00dfige Art und Weise. Beim Vorstieg wird &#8211; um eine Redundanz herzustellen &#8211; einfach die mitgebrachte Standplatzschlinge verwendet und beim Weiterklettern wieder mitgenommen.<br><br>Quelle: Pietra di Luna (Maurizio Oviglia, 4. Auflage, 2002, Seite 14)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Technisches Klettern<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>A0 <\/strong>&#8211; Ein Sicherungspunkt wird zur Fortbewegung (als Tritt oder Griff) verwendet.<br><strong>A1<\/strong> &#8211; Eine Trittschlinge wird eingeh\u00e4ngt und verwendet<br><strong>A2<\/strong> &#8211; Zwei Trittschlingen oder Trittleitern werden zur Fortbewegung verwendet.<br><strong>A3<\/strong> &#8211; Zwei Trittleitern &#8211; die Haken sind aber von schlechter Qualit\u00e4t.<br><strong>A4<\/strong> &#8211; Wie A3 unter schwierigeren Bedingungen (Sicherungspunkte sind schlecht anzubringen) und die \u00dcberwindung der Kletterpassage verlangt Kraft und Ausdauer.<br><strong>A5<\/strong> &#8211; Die Fortbewegung erfolgt ausschlie\u00dflich oder fast ausschlie\u00dflich an k\u00fcnstlichen Haltepunkten, deren Qualit\u00e4t \u00fcberdies meist so schlecht ist, dass ein Sturz erst von der Standplatzsicherung gehalten wird.<br><br>Quelle: Red Rocks &#8211; Mehrseill\u00e4ngen Klettern im S\u00fcdtiroler Porphyr (Luca de Giorgi et al, 2021)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bewertung des Risikos und der Absicherbarkeit<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Bewertung des Risikos, der Absicherbarkeit und des Abstandes zwischen den Sicherungen wird in den beiden folgenden Skalen ausgedr\u00fcckt, wobei &#8222;R&#8220; (Risk) f\u00fcr traditionelle und &#8222;S&#8220; (Spit) f\u00fcr mit bohrhakengesicherte Wege steht. Dies sind Bewertungsvorschl\u00e4ge in einer Skala, die von Maurizio Oviglia, Erik Svab und Nicola Tondin erarbeitet wurden.<br><br>Quelle: Pietra di Luna (Maurizio Oviglia, 4. Auflage, 2002)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Traditionelle Routen<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>R1<\/strong> &#8211; Leicht abzusichern, mit guten und zahlreichen Zwischensicherungen! Sehr wenige zwingende Kletterpassagen. Potentielle Sturzl\u00e4nge betr\u00e4gt wenige Meter und Sturz ist ohne Folgen.<br><strong>R2 <\/strong>&#8211; Mittelm\u00e4\u00dfig abzusichern, mit guten, aber weniger Zwischensicherungen! Zwingende Kletterpassagen zwischen den Sicherungspunkten. Potentielle Sturzl\u00e4nge betr\u00e4gt h\u00f6chstens ein paar Meter und Sturz ist ohne Folgen!<br><strong>R3 <\/strong>&#8211; Schwer abzusichern, mit nicht immer guten und weit entfernten Zwischensicherungen! Lange zwingende Kletterpassagen. Potentielle Sturzl\u00e4nge betr\u00e4gt maximal 7-8 Meter und Sturz kann Verletzungen zur Folge haben!<br><strong>R4<\/strong> &#8211; Schwer abzusichern, mit schlechten oder unzuverl\u00e4ssigen und weit entfernten Zwischensicherungen, die nur einen kurzen Sturz halten w\u00fcrden! Lange zwingende Kletterpassagen. Potentielle Sturzl\u00e4nge betr\u00e4gt bis zu 15 Meter mit der M\u00f6glichkeit, dass Zwischensicherungen herausbrechen und Sturz hat wahrscheinlich Verletzungen zur Folge!<br><strong>R5<\/strong> &#8211; Schwer abzusichern, mit schlechten und unzuverl\u00e4ssigen und weit entfernten Zwischensicherungen, die nur einen kurzen Sturz halten w\u00fcrden! Lange zwingende Kletterpassagen. Lange St\u00fcrze sind wahrscheinlich und dass Zwischensicherungen herausbrechen. Sturz hat sicher Verletzungen zur Folge!<br><strong>R6<\/strong> &#8211; Unm\u00f6glich abzusichern, au\u00dfer f\u00fcr kurze Stellen und weit ab von den Schl\u00fcsselstellen. Ein Sturz kann t\u00f6dlich sein!<br><br>Textquelle: Hohe W\u00e4nde bei Arco &#8211; Klassische und moderne Routen im Sarcatal &#8211; VOL. 2 (Diego Filippi, 4. Ausgabe, 2021, Seite 19)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sportkletterrouten<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>S1<\/strong> &#8211; Absicherung mit Bohrhaken wie im Klettergarten. Der Abstand ist nie gr\u00f6\u00dfer als 3-4 Meter zwischen den Haken. Potentielle Sturzl\u00e4nge betr\u00e4gt h\u00f6chstens ein paar Meter und Sturz ist ohne Folgen!<br><strong>S2<\/strong> &#8211; Gr\u00f6\u00dferer Hakenabstand mit zwingenden Kletterpassagen. Potentielle Sturzl\u00e4nge betr\u00e4gt h\u00f6chstens 10 Meter und Sturz hat keine Verletzungen zur Folge!<br><strong>S3<\/strong> &#8211; Gro\u00dfer Hakenabstand mit meist zwingenden Kletterpassagen. Der Abstand kann auch gr\u00f6\u00dfer als 5 Meter sein, daher lange St\u00fcrze aber ohne schwere Folgen!<br><strong>S4<\/strong> &#8211; Sehr gro\u00dfer Hakenabstand \u00fcber 7 Meter mit zwingenden Kletterpassagen. Sturz kann Verletzungen zur Folge haben!<br><strong>S5<\/strong> &#8211; Sehr gro\u00dfer Hakenabstand \u00fcber 10 Meter mit zwingenden Kletterpassagen. Sturz auf Terrassen, B\u00e4ndern oder Boden hat sicherlich Verletzungen zur Folge!<br><strong>S6<\/strong> &#8211; Nur teilweise mit Bohrhaken abgesichert, weit ab von den Schl\u00fcsselstellen mit Abst\u00e4nden bis zu 20 Meter. Ein Sturz kann t\u00f6dlich sein!<br><br>Textquelle: Hohe W\u00e4nde bei Arco &#8211; Klassische und moderne Routen im Sarcatal &#8211; VOL. 2 (Diego Filippi, 4. Ausgabe, 2021, Seite 19)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Alpine Sportkletterrouten<\/h2>\n\n\n\n<p>Da die \u00dcberg\u00e4nge flie\u00dfend sind zwischen den Kategorien kann es auch sinnvoll sein, Mischbezeichnungen zu verwenden, also beispielsweise SR2 oder RS2, wobei der erste Buchstabe die Hauptkategorie benennt und der Folgebuchstabe die nachgereihte Zusatzinformation. So hat eine SR2 eher die Eigenschaften einer Sportkletterroute und eine RS2 eher die Eigenschaften einer traditionellen, alpinen Kletterei mit mobilen Sicherungsmitteln. Gerade alpine Sportkletterrouten, in denen h\u00e4ufig auch noch Normalhaken, Sanduhren usw. verwendet werden, fallen oftmals in diese Mischkategorie. Auch aufgrund von leichteren Zustiegs- oder Ausstiegsseill\u00e4ngen, die kaum mehr abgesichert sind im Vergleich zu den Hauptschwierigkeiten kann eine Mischbezeichnung sinnvoll sein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Genereller Anspruch<\/h2>\n\n\n\n<p>Hinsichtlich der Bewertung des generellen Anspruchs, der Umgebung, der Schwierigkeiten eines R\u00fcckzugs und der Entfernung vom Tal einer Route, ersetzten wir die klassische franz\u00f6sische Skala mit dem amerikanischen Bewertungssystem der Big Walls, das mit r\u00f6mischen Ziffern von I bis VII (nach oben offen) ausgedr\u00fcckt wird und das sich u. a. auch an der technischen Schwierigkeit orientiert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>I<\/strong> &#8211; Kurze Route in der N\u00e4he der Stra\u00dfe mit bequemen Zustieg. Sonnige Lage, kurze Kletterzeit und einfacher R\u00fcckzug m\u00f6glich. Wandh\u00f6he maximal 100m.<br><strong>II <\/strong>&#8211; Mehrseill\u00e4ngenroute an einer \u00fcber 200m hohen Wand. Leichter Zustieg, und einfacher R\u00fcckzug m\u00f6glich.<br><strong>III<\/strong> &#8211; Mehrseill\u00e4ngenroute an einer \u00fcber 300m hohen Wand in alpinem Gel\u00e4nde. Lange Kletterei mit anstrengendem Zustieg und komplizierter R\u00fcckzug.<br><strong>IV<\/strong> &#8211; Sehr lange Route an einer \u00fcber 500m langen Wand in strengem alpinen Gel\u00e4nde weit ab vom Talgrund. Kletterzeit betr\u00e4gt einen ganzen Tag, komplizierter R\u00fcckzug, nicht immer entlang der Aufstiegsroute.<br><strong>V<\/strong> &#8211; Sehr lange Route im &#8222;Big-Wall&#8220; Stil, der normalerweise ein Biwak in der Wand erfordert. Der R\u00fcckzug in alpinem Gel\u00e4nde kann \u00e4u\u00dferst schwierig sein.<br><strong>VI<\/strong> &#8211; Eine &#8222;Big-Wall&#8220; Route, die einige Tage in der Wand erfordert, in hochalpinem Gel\u00e4nde; der R\u00fcckzug ist \u00e4u\u00dferst schwierig.<br><strong>VII<\/strong> &#8211; Route kann mit einer &#8222;Big Wall&#8220; aus dem Himalaja verglichen werden; gro\u00dfe alpinistische Schwierigkeiten werden mit Hilfe einer Expedition bew\u00e4ltigt.<br><br>Textquelle: Hohe W\u00e4nde bei Arco &#8211; Klassische und moderne Routen im Sarcatal &#8211; VOL. 2 (Diego Filippi, 4. Ausgabe, 2021, Seite 19)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wann wird welche Schwierigkeitsskala verwendet<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Angaben von Schwierigkeitsgraden unterliegt selbstverst\u00e4ndlich den orts\u00fcblichen Gepflogenheiten. Im Laufe der Zeit wurden diese aber erweitert und die \u00fcblicherweise verwendete Skala wurde adaptiert, erg\u00e4nzt oder sogar verworfen. Im Gosaukamm wird haupts\u00e4chlich die UIAA-Skala mit der Angabe der Schwierigkeitsgrade in r\u00f6mischen Ziffern angewendet. Im Klettergarten rund um die Hofp\u00fcrglh\u00fctte wird erg\u00e4nzend auch oft die Schwierigkeit entsprechend der franz\u00f6sischen Skala (Kombination aus Zahl und Buchstabe) mitverwendet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schwierigkeitsskalen im Vergleich<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1080\" height=\"1676\" src=\"https:\/\/www.mikeramsauer.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Schwierigkeitsgrade-im-Vergleich.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-569\" srcset=\"https:\/\/www.mikeramsauer.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Schwierigkeitsgrade-im-Vergleich.jpg 1080w, https:\/\/www.mikeramsauer.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Schwierigkeitsgrade-im-Vergleich-193x300.jpg 193w, https:\/\/www.mikeramsauer.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Schwierigkeitsgrade-im-Vergleich-660x1024.jpg 660w, https:\/\/www.mikeramsauer.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Schwierigkeitsgrade-im-Vergleich-768x1192.jpg 768w, https:\/\/www.mikeramsauer.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Schwierigkeitsgrade-im-Vergleich-990x1536.jpg 990w\" sizes=\"auto, (max-width: 1080px) 100vw, 1080px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier werden allgemeine Informationen und Begriffserkl\u00e4rungen angef\u00fchrt. 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